Vogel des Jahres 2020: Die Turteltaube

 

Die Turteltaube ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile der westlichen und zentralen Paläarktis und reicht vom nördlichen Afrika über die iberische Halbinsel und Großbritannien nach Osten. Auch im Nahen- und Mittleren Osten bis in die Mongolei ist die Turteltaube anzutreffen. Doch in den letzten 25 Jahren ist der Bestand um 62 Prozent zurückgegangen und vielerorts ist die Taube nicht mehr anzutreffen. Ihr Bestandsrückgang ist auf die veränderte Landwirtschaft und auf den Rückgang der Erdraucharten zurückzuführen. Die Erdraucharten spielen bei der Ernährung eine große Rolle und auch diese Arten gehen massiv zurück. Auch der Abschuss der Tauben, insbesondere im Mittelmeerraum während der Zugzeiten, tragen zum Verschwinden der wunderschönen Art bei.

 

Turteltauben gelten aus Glücks- und Liebessymbol. Deshalb nennt man zwei frisch verliebte Menschen auch Turteltauben.

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Verbreitung und Bestandssituation

 

Das Areal der Art erstreckt sich von Nordafrika, West- und Mitteleuropa in der Waldsteppenzone bis zum Baikalsee. -- In Bayern brütet Streptopelia t. turtur (Linnaeus 1758).

Die Turteltaube ist in Bayern regional verbreitet. Das Brutareal hat sich im Vergleich zum Kartierungszeitraum 1996-99 verkleinert. Schwerpunkte liegen in den Mainfränkischen Platten, im Fränkischen Keuper-Lias-Land), im Obermainisch-Oberpfälzer Hügelland, in Teilen der Frankenalb sowie entlang der Donauniederung und im nördlichen Teil des Niederbayerischen Hügellandes. In Nordostbayern liegen größere Vorkommen im Einzugsgebiet der Naab und ihrer Nebenflüsse und - vom allgemeinen Klimabild abweichend - im wesentlich kühleren Oberpfälzer Wald (hier Zusammenhang mit Vorkommen im angrenzenden Tschechien). Weitgehend unbesiedelt sind die Alpen mit dem Voralpinen Hügel- und Moorland und den südlichen Schotterplatten, der Bayerische Wald, Fichtelgebirge und Frankenwald und des Spessarts.

 

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt weit unter den Angaben aus dem Zeitraum 1996-99. Auch wenn aufgrund methodischer Probleme eine Veränderung nicht quantifiziert werden kann, deutet alles auf einen starken negativen Bestandstrend auch in Bayern hin.

Brutbestand BY: 2300-3700 Paare.

Quelle: lfu Bayern

 

Foto: LBV Archiv Zdenek Tunka

Vogel des Jahres 2019: Die Feldlerche

Zum zweiten Mal ist die Feldlerche zum Vogel des Jahres ausgerufen worden. Schon 1998 hatte die Feldlerche die Ehre als Vogel des Jahres gekürt zu werden. Inzwischen sind 20 Jahre vergangen und mehr als jede vierte Feldlerche ist aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden.

Foto: Markus Glaessel
Foto: Markus Glaessel

Mit ihrem Gesang von der Morgendämmerung bis zum Abend läutet die Feldlerche alljährlich den Frühling ein. Doch über den Feldern ist es stumm geworden, deshalb steht der Jahresvogel stellvertretend für alle Feldvögel wie z. B.: Kiebitz und Rebhuhn anklagend für die katastrophale Landwirtschaftspolitik in Berlin und Brüssel. Die ehemals häufige Feldlerche steht inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands, in Bayern gilt sie sogar schon als gefährdet („Rote Liste“ 3). Weitere Gefährdungsursachen sind Versiegelung der Landschaft, gesteigerter Einsatz von Umweltchemikalien, wie auch die direkte Bejagung in den südlichen Ländern. Auch die Insektennahrung ist zurückgegangen, nach neuesten Daten um mehr als 75 Prozent seit 1989.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Landesgeschäftsstelle des LBV.

 

Rote Liste Bayern: gefährdet
Rote Liste Deutschland: gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: in Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/schlecht
Erhaltungszustand Alpin: in Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/schlecht

Fotos: Zdenek Tunka